Was Du schon immer über die SCHUFA wissen wolltest

Die neue EU Datenschutz Grundverordnung ist im Mai 2018 in Kraft getreten und hat uns allen die Wichtigkeit des richtigen Umgangs mit Daten vor Augen geführt.

Als Bank stehen wir im stetigen Kundenkontakt und stellen dabei fest, dass immer wieder Fragen bezüglich der SCHUFA und dem Austausch von Daten mit ihr auftauchen:

· „Warum wurde meine SCHUFA Auskunft gezogen?“

· „Hat die SCHUFA Abfrage negative Auswirkungen auf meinen Score?“

· „Wann habe ich einer SCHUFA Abfrage zugestimmt?“

· „Bekomme ich ein Konto trotz SCHUFA?“

Darum möchten wir Dir die SCHUFA in unserem heutigen Beitrag vorstellen.


Wer oder was ist die SCHUFA?

Die SCHUFA Holding AG mit Sitz in Wiesbaden ist eine private Auskunftei, in der Rechtsform einer Aktiengesellschaft. Sie sammelt Daten, die Unternehmen dabei helfen das Zahlungsverhalten eines Kunden besser einschätzen zu können.

„Wie wahrscheinlich ist es, dass ein Kunde seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommt?“

Diese Vorhersage ist in Zeiten des bargeldlosen Zahlungsverkehrs unerlässlich geworden. Über 9.000 Vertragspartner arbeiten darum mit der SCHUFA zusammen und tauschen sich mit ihr aus.

Entgegen der geläufigen Meinung arbeitet die SCHUFA nicht gegen, sondern für die Verbraucher. Ihr Ziel ist es, Unternehmen vor Zahlungsausfällen zu schützen. Dadurch sorgt sie für bessere Preise und Konditionen am Markt, von denen Du als Verbraucher letztendlich profitierst.


Vertragliche Grundlagen im Hinblick auf SCHUFA

Der Austausch von Informationen mit Kreditrating-Agenturen gehört zum Standard jeder Bank oder Sparkasse.

Bereits 1985 sorgte ein Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) dafür, dass alle Banken ihren vertraglichen Passus zur Übermittlung von Daten an Kreditrating-Agenturen genauer überprüfen und neu formulieren mussten. So lange ist die sogenannte Schufa-Klausel bereits ein fester Vertragsbestandteil der Finanzdienstleister.

Im Zeitalter des digitalen Bankings wird die Genehmigung zur Nutzung, Verarbeitung und Weitergabe der Daten an Wirtschaftsauskunfteien zwecks Bonitätsprüfung, bereits während der Antragstellung über Deine proaktive Einverständniserklärung, eingeholt.


Wer nutzt die SCHUFA?

„Wie zuverlässig ist mein Vertragspartner? Kann ich vertragsgemäße Zahlungen von ihm erwarten?“ Diese Frage stellen sich nicht nur Kreditinstitute und Sparkassen, sondern viele weitere Gläubiger.

Darum tauscht sich die SCHUFA mit Partnern aus den verschiedensten Branchen aus: Versicherungen, Telekommunikation, Mobilfunk, Stromanbieter, Energieversorger, Leasinganbieter und natürlich der Handel.

Ein Möbelhändler hat bei der Vereinbarung eines Kaufs auf Raten ein berechtigtes Interesse an einer Prognose, ob der Kunde die Raten zurückzahlen wird. Aus diesem Grund prüft er vorab die Kreditwürdigkeit seines Kunden über die SCHUFA.

Ein Versandhandelsunternehmen bietet Kauf auf Rechnung an. Auch dieser Händler wird bei höheren Summen vorab prüfen, wie wahrscheinlich die Rückzahlung seitens des Kunden ist.

Banken und Sparkassen möchten vor der Vergabe eines Kredits nicht nur eine Risikobewertung zum Rückzahlungsverhalten des Kunden. Sie sind zudem dem Prinzip der verantwortungsvollen Kreditvergabe verpflichtet. Mittels der SCHUFA-Abfrage schützen sie den Kunden vor Überschuldung durch zu viele oder zu hohe Kredite.


Wer meldet an die SCHUFA?

Alle Partner der SCHUFA haben ein begründetes Interesse vor der Vertragsabwicklung zu erfahren, ob ihr Kunde ein verlässlicher Partner ist, der seinen finanziellen Verpflichtungen nachkommen wird.

Das Prinzip ist ein Geben und Nehmen, d.h. sie erkundigen sich nach vorhandenen Informationen und sie geben Informationen an die SCHUFA weiter.

Die Vertragspartner melden sowohl positive Merkmale (vertragsgemäßes Verhalten) als auch Negativmerkmale (berechtigte, offene Forderungen).

Die SCHUFA selbst prüft öffentliche Register und amtliche Mitteilungen (Schuldnerverzeichnisse, private Insolvenz) und führt alle vorhandenen Informationen und Daten zusammen.


Welche Daten speichert die SCHUFA?

Die SCHUFA hat mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit folgende Angaben zu Dir vorliegen:

· SCHUFA-Datensatznummer, Nachname, Vorname, Geburtsdatum und die aktuelle Adresse

Eventuell bist Du einmal oder mehrmals umgezogen? Die SCHUFA speichert auch:

· sonstige, frühere Adressen

Und die Einträge der Vertragspartner:

· von Kreditinstituten: z.B. die Eröffnung eines Girokontos, Anzahl und Art vorhandener Konten, Kredite, Kreditkarten, Zahlungsausfälle, gerichtliche Vollstreckungsmaßnahmen

· von Handel und Versand: z.B. Kauf auf Rechnung oder Raten, Anfragen zur Identitäts- oder Altersprüfung

· von sonstigen Dienstleistern: z.B. Anfrage zu Kreditkonditionen

Die SCHUFA speichert keine Merkmale zur Herkunft oder Religion und hat zu über 90% der bei ihr gespeicherten Personen ausschließlich positive Merkmale vorliegen.


Was bedeutet Anfrage Kreditkonditionen?

Vielleicht hast Du eine SCHUFA-Bonitätsauskunft vorliegen und wunderst Dich, dass eine „Anfrage Kreditkonditionen“ an die SCHUFA gestellt wurde. Kein Grund für Dich, nervös zu werden.

Denn dieser Eintrag wirkt sich in der Regel nicht negativ auf Deinen SCHUFA-Score aus. Er dient vielmehr als Nachweis für Dich, dass der dort genannte Vertragspartner sich bei der SCHUFA über Dich erkundigt hat.

Das Merkmal KK (Anfrage Kreditkonditionen) ist für die SCHUFA ein neutrales Merkmal. Es wurde eingeführt, um der digitalen Wirklichkeit gerecht zu werden. Heutzutage ist es normal, dass Verbraucher sich informieren und die Konditionen mehrerer Banken im Web vergleichen.

Der KK-Eintrag informiert vor allem Dich darüber, welcher Vertragspartner sich eine Auskunft zu Deiner Bonität eingeholt hat. In der Regel hast Du dem entsprechenden Unternehmen die SCHUFA-Abfrage über eine proaktive Einwilligung bei Antragsstellung - oder bei Abschluss des Vertrages – genehmigt:

· Die Anfrage Kreditkonditionen (KK) wird für die unverbindliche Prüfung von Konditionen übermittelt.

· Die Anfrage Kredit (AK) wird bei Einreichung eines konkreten Kredits gemeldet

Verbraucher verwechseln die neutrale Konditionen-Anfrage (KK) häufig mit der Anfrage Kredit (AK). Die AK-Anfrage wirkt sich tatsächlich negativ auf Deine Bonität aus. Sie wird in der Regel nur bei konkreten Kreditvorhaben genutzt.


Prüft die SCHUFA meine Bonität?

Nein. Die Prüfung Deiner Kreditwürdigkeit wird durch die Bank selbst vorgenommen. Sie ermittelt eine Vielzahl von Faktoren und Erfahrungswerte, die als Grundlage zur Bewertung Deiner Bonität dienen. Der SCHUFA-Score ist dabei ein sehr wichtiges Beurteilungsmerkmal. Denn er lässt Rückschlüsse auf Dein bisheriges Zahlungsverhalten zu.


Wie funktioniert der SCHUFA-Score?

„Kommt mein Vertragspartner seinen Zahlungsverpflichtungen nach?“

Der SCHUFA-Score beurteilt die aktuelle Wahrscheinlichkeit für das Auftreten eines gewünschten Verhaltens.

Der SCHUFA-Score wird alle 3 Monate neu ermittelt und stellt lediglich eine Momentaufnahme, hinsichtlich des zu erwartenden Zahlungsverhaltens.


Was wirkt sich negativ auf meine SCHUFA aus?

Faktoren wie gerichtlich titulierte Einträge oder Zahlungsausfälle beeinflussen den Score definitiv negativ. Auch häufige Umzüge haben einen negativen Effekt auf die Bewertung seitens SCHUFA. Bist Du vor kurzem umgezogen, kann es Deinen Wert etwas verschlechtern. Du wirst zunehmend zuverlässiger eingestuft, je länger Du unter der gleichen Anschrift gemeldet bist.


Was ist die Schufa

Was ist ein guter SCHUFA-Score?

Erfreulicherweise verfügen 90% der Verbraucher ausschließlich über positive SCHUFA Merkmale.

Da bei Menschen immer ein gewisses Sterberisiko verbleibt, erreicht der SCHUFA-Score niemals 100%.

Bei einem Score über 97,5% wird von einem sehr geringen Ausfallrisiko ausgegangen. Auch bei 95% gibt es noch keine Probleme für eine Kreditgenehmigung – das Risiko ist gering bis überschaubar. Ab einer Bewertung von 94,99% oder niedriger wird der Gläubiger mit erhöhtem Risiko und damit ggf. mit Zahlungsschwierigkeiten rechnen.

Und wie erfahre ich meinen SCHUFA-Score?

Du hast einmal jährlich die Möglichkeit, eine kostenlose Selbstauskunft bei der SCHUFA anzufordern. Gegen Gebühr kannst Du jederzeit eine Auskunft der SCHUFA erhalten.


Konto trotz SCHUFA eröffnen?

Auch mit einem SCHUFA-Eintrag ist es möglich, das kostenfreie Girokonto der FerratumBank zu eröffnen. Ein Konto trotz SCHUFA ist überhaupt kein Problem. In nur 8 Minuten besitzt Du Dein neues, mobiles Girokonto.

Am schnellsten funktioniert die Eröffnung mit der Ferratum Mobile Bank App über Dein Smartphone. Diese ist kostenlos im App Store oder bei Google Play erhältlich.

Du benötigst lediglich Deinen Personalausweis zur Hand und schon kann es losgehen!



Blog Artikel enthalten keine rechtlichen Informationen und sind rechtlich nicht verbindlich. Bitte konsultieren Sie bei rechtlichen Fragen unser Preis- & Leistungsverzeichnis, unsere Datenschutzbestimmungen oder unsere Geschäftsbedingungen. Oder kontaktieren Sie den Kundenservice unter frage@ferratumbank.de.